Ehrenamt bei "dein Sternenkind" vs. Mama Leben

Einige von euch werden wissen, dass ich als ehrenamtliche Fotografin für

"dein Sternenkind" unterwegs war.


Für diejenigen, die nicht wissen was das ist:

Dein Sternenkind ist eine Stiftung, die 2013 durch Kai Gebel ins Leben gerufen wurde.

In der Zwischenzeit sind dort über 600 Fotografen und andere Mitarbeiter gelistet, die ehrenamtlich Sternenkinder fotografieren und das Ganze koordinieren.


Sternenkinder sind Babys, die ganz früh verstorben sind. Hauptsächlich zwischen der

14. Schwangerschaftswoche und dem errechneten Geburtstermin.

Auch Babys die dem plötzlichen Kindstod zum Opfer gefallen sind oder aus anderen Gründen leider sehr früh versterben.


Wer sich näher für dein Sternkind interessiert oder da selbst betroffen ist und Hilfe braucht, der kann sich jederzeit mit ihnen in Verbindung setzten.

Hier ist der Link zur offiziellen Website http://www.dein-sternenkind.eu


Es gibt in der Zwischenzeit auch einige dubiose Unternehmen, die diese Arbeit kopieren und daraus Profit schlagen.

Daher nochmals:

Die Sternenkind Stiftung arbeitet vollkommen vertraulich mit den Daten von allen Betroffenen und veröffentlicht auch keine Fotos oder Sonstiges von den Kleinen oder ihren Familien.

Auch wird kein Geld für die Betreuung oder das Fotografieren verlangt!!

 

Um dort als Fotograf aufgenommen zu werden, musste ich mich bewerben, es werden Arbeitsproben ausgewertet und man wird selbst befragt, ob man überhaupt in der Lage ist die Aufträge auszuführen.

 

Als ich dann aufgenommen wurde, hat es leider bis zu meinem 1. Einsatz nicht sonderlich lange gedauert. Jeder Fotograf ist, wie die Leute bei der Feuerwehr oder so, mit einer Alarm App ausgestattet und die sagt einem dann, wann es im Einsatzgebiet wieder soweit ist.

Und das ist nicht gerade selten.

In einem eigens dafür eingerichteten Forum können wir Fotografen uns untereinander nochmals absprechen wer den Auftrag annimmt und wer als Backup agiert, falls der Fotograf dann, aus welchen Gründen auch immer, doch nicht kann oder sonst etwas unvorhersehbares passiert.

Dazu gibt es auch noch eine Leitstelle, die die ganzen Aufträge koordiniert.


Das läuft also alles sehr professionell ab !

Und das Schöne ist, es ist dein Sternenkind möglich, fast ausnahmslos dafür zu sorgen, dass ein Fotograf zum Einsatz ausrückt und kein kleiner Stern ohne ein Andenken an seinen kurzen Aufenthalt auf dieser Welt gehen muss.

 

Dann gehts los zum Einsatz.

Meistens noch in der Klinik wo das Sternenkind zur Welt kam, es kann aber auch sein, dass man zu den Eltern nach Hause fährt oder zum Bestatter. Fast immer sind es jedoch die Kliniken.

In der Zwischenzeit arbeiten viele Kliniken mit dein Sternenkind zusammen und können die Eltern informieren, dass es so etwas überhaupt gibt.

Einige haben jedoch leider bis heute noch nichts davon gehört.

 

Über die Einsätze an sich kann ich euch nichts erzählen, da der Schutz der Privatsphäre hier sehr wichtig ist.

Wenn doch mal ein Fotograf oder sonst jemand Internes an die Öffentlichkeit trägt, dann fliegt er sofort aus der Stiftung raus.

Ich finde es sehr gut, dass das so gehandhabt wird, da es hier ja doch um sehr sensible Daten und unschöne Ereignisse geht.

 

Nach dem Einsatz schreiben wir einen Einsatzbericht, machen die Bilder fertig und sichern sie.

Danach werden die Fotos den Eltern übergeben. Gut verpackt, sodass sie beim öffnen der Post nicht gleich ihr Kleines zu Gesicht bekommen, sondern erst dann wenn sie es ganz bewusst wollen und bereit dafür sind.

 

Dann wurde ich schwanger und alles war auf einmal anders !!


 

Als man mir noch nicht angesehen hatte, dass ich schwanger war, war ich noch bei zwei Einsätzen.

Das Gefühl war da dann schon beim Fotografieren und späteren Sichten und Bearbeiten der Bilder nicht mehr so wie bisher.

Bis zur Schwangerschaft konnte ich gut und distanziert mit dem Ganzen umgehen, aber als dann mein eigenes Baby auf dem Weg war hat sich das komplett verändert.


Ich habe dann ziemlich schnell keine Einsätze mehr angenommen, war aber dennoch etwas aktiv dort und habe natürlich auch viel mitbekommen.

Das war nicht so toll. Ich habe mich gemeldet, dass ich selbst schwanger bin und wurde "beurlaubt" und auch im Forum gesperrt, denn man schaut ja doch noch vorbei und liest mit.


Zum einen wird man als Schwangere dann gesperrt, da es für die Eltern ihres gerade verstorbenen Babys nicht so toll ist, wenn jemand mit Kugelbauch zum Fotos machen kommt und auch zum Selbstschutz um eine relativ normale Schwangerschaft zu erleben und sich nicht jeden Tag noch mehr Gedanken machen muss als man es eh schon tut.


Hat nicht geklappt, kann ich euch sagen.

Ich war bis zum Ende der Schwangerschaft überzeugt davon, dass das nichts wird.

Gerade weil ich eben durch die ganze Zeit dort (und meine Arbeit beim Arzt) unzählige Möglichkeiten kenne, warum eine Schwangerschaft oder Geburt oder die Zeit danach schief gehen kann.


Aber ihr wisst ja, es hat doch alles wunderbar funktioniert und das tollste Baby der Welt erfreut sich zum Glück bester Gesundheit !

Das weiß man dann auch erst nochmals mehr zu schätzen wenn man auch die traurige andere Seite kennt.

 

Also Baby war da, ich habe mich 1 Monat nach der Geburt wieder zurück gemeldet und mich wieder aktivieren lassen.

Erstmal natürlich wieder ein paar Einsatzberichte gelesen und geschaut was die Kollegen in den letzten Monaten so für Aufträge hatten.

Und dann kam ich ziemlich schnell zu dem Entschluss, ich brauch da jetzt doch noch eine längere Pause.

Wie lange die noch dauern wird, keine Ahnung.


Irgendwann werde ich wieder für dein Sternenkind fotografieren, da ich das eine wirklich gute Sache finde, wann das jedoch sein wird, keine Ahnung.

39 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen